Fragebogen Kaletsch

Wie sind Sie zur Mediation gekommen?

Im Auslandssemester in Kopenhagen habe ich einen Kurs zu alternativen Verhandlungsmethoden besucht. Im Rahmen dieses Kurses wurde auch die Mediation vorgestellt und für mich war klar, dass dies das Puzzleteil ist, das mir in der deutschen Ausbildung zum Juristen bisher gefehlt hat. Zurück in Deutschland habe ich dann neben dem Referendariat an der FernUni Hagen das Studium der Mediation absolviert.

Was ist für Sie das Besondere an der Mediation?

Als Anwältin wird an mich oft die Erwartung gestellt, die Probleme für jemanden anderen zu lösen. In der Mediation dagegen unterstütze ich Menschen dabei, ihre Probleme selbst zu lösen. Das finde ich für alle Beteiligten den wesentlich befriedigenderen und achtsameren Weg.

Was halten Sie für die wichtigste Eigenschaft eines Mediators?

Für mich ist die wichtigste Eigenschaft des Mediators in sich selbst zu ruhen, weil ihn dies dafür schützt, aus der Allparteilichkeit zu kommen oder die Verfahrensleitung abzugeben und sich in den Konflikt hineinziehen zu lassen.

Was war Ihr schönstes Erlebnis in der Mediation?

Es gibt für mich nicht DAS schönstes Erlebnis. Die Mediation selbst ist für mich das schönste Erlebnis und bereichert nicht nur meine Angebotspalette, sondern auch meine Arbeit als Anwältin und mein Leben insgesamt.

Was war die schwierigste Situation, die Sie in der Mediation erlebt haben?

Schwierig sind für mich immer diejenigen Situationen, in denen ich eine starke Idee davon habe, wie das Problem gelöst werden kann. Dann muss ich immer wieder an mir arbeiten, den Medianden den Raum zu geben, ihre eigene Lösung zu erarbeiten und sie lediglich allparteilich dabei zu unterstützen. Dabei bin ich froh, dass mich meine Intervisionsgrupppe in diesen Situationen immer wieder unterstützt.

Was raten Sie jemandem, der zurzeit in der Mediationsausbildung ist und auf der Suche nach geeigneten Fällen ist?

Lassen Sie andere Menschen an Ihrer Freude an Mediation teilhaben und leben Sie die Prinzipien der Mediation dadurch, dass Sie Ihre Gesprächspartner über Mediation informieren, an die Selbstverantwortlichkeit Ihres Gesprächspartners glauben und für sich selbst ergebnisoffen bleiben für die Frage, ob aus dem Gespräch ein Mediationsfall wird. Dann werden die Fälle zu Ihnen kommen.

Ihr Motto als Mediator?

Das Leben ist bunt.





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